Brandenburg will Menschen mit Handicap besser fördern, MAZ 29.11.2011
Ein Umdenken muss stattfinden
Potsdam - Das Kabinett in Brandenburg hat heute ein 80 Seiten starkes Maßnahmepaket vorgestellt, dass die 335.000 Brandenburger mit Behinderung auf ihrem Weg in die Mitte der Gesellschaft mitnehmen soll. „Und zwar mit dem, was sie können”, erklärte Sozialminister Günter Baaske (SPD) in Potsdam. 136 Projekte aus dem Spektrum von Bildung und Arbeit bis hin zu Fragen des selbstbestimmten Lebens hat sich das Land als vordringliche Agenda auf ihre Fahnen geschrieben. „Das Ziel ist Inklusion”, unterstrich der Minister.
Die Umsetzung sei langfristig angelegt und soll Schritt für Schritt erfolgen. Hierzu gehöre unter anderem der Umbau des Schulsystems hin zu einer Schule für alle ebenso wie ein inklusiver Ausbildungs- und Arbeitsmarkt oder die Barrierefreiheit. „Das alles werden wir aber nur schaffen, wenn in der ganzen Gesellschaft ein Umdenken stattfindet”, betonte Baaske. Landesbehinderten-Beauftragter Jürgen Dusel nannte das Papier einen „Meilenstein”.
Bundesweit gebe nur noch in Rheinland-Pfalz so ein Programm. Es regele ganz konkret, wer für was und wann verantwortlich ist, so Dusel.
Bereits am Mittwoch werde der Sozialminister Maßnahme „Nummer eins” in Angriff nehmen. Hier zu unterzeichnet er mit der Bundesagentur für Arbeit einen Kooperationsvertrag, mit dessen Hilfe Jugendliche mit Handicap der Übergang von der Schule in der Arbeitsleben erleichtert werden kann.
Das märkische Maßnahmenprogramm finde seine rechtlichen Wurzeln in der UN-Behindertenrechtskonvention von 2009, die für Deutschland bindendes Recht darstellt. Hiernach wird Behinderung nicht länger vor allem unter dem medizinischen und sozialen Blickwinkeln betrachtet, sondern als Menschenrechtsthema. dpa